Tipps für den richtigen Reisegeld-Mix

Ferienzeit ist Reisezeit und viele Menschen nutzen die Sommerferien für einen Urlaub im Ausland. Für Reisen außerhalb der europäischen Währungsunion empfehlen wir einen Bargeldbestand in der jeweiligen Landeswährung. Wie der richtige Reisegeldmix aussieht und warum eine Erstausstattung an ausländischer Währung immer ins Handgepäck gehört, verrät uns Monika Bock, Servicemitarbeiterin in unserer Hauptgeschäftsstelle Dransfeld:

Frau Bock, wer braucht heutzutage eigentlich noch Bargeld, wenn er ins Ausland reist? Ist man mit der Kreditkarte nicht auf der sicheren Seite?

Monika Bock: Gegenfrage: Wann haben Sie das letzte Mal an der Imbissbude mit Ihrer Kreditkarte bezahlt? Natürlich ist eine Kreditkarte heutzutage ein unverzichtbares Zahlungsmittel, vor allem auf Auslandsreisen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, ein Auto anzumieten oder im Hotel das Zimmer zu zahlen. Aber viele Menschen vergessen, dass wir nicht in einem bargeldfreien Raum leben.

 

Zum Beispiel?

Monika Bock: Bleiben wir beim Thema Reisen. Sie fliegen nach Südafrika in Urlaub und verspüren bei der Ankunft am frühen Morgen erst einmal Hunger. Jetzt wäre es schön, wenn Sie eine sogenannte „Erst- oder Handgeldausstattung“ an südafrikanischen Rand dabei hätten – also etwas Bargeld, mit dem Sie sich ein Sandwich kaufen könnten. Und auch das Taxi zum Hotel werden Sie aller Voraussicht nach in harter Währung zahlen müssen. Das große Thema Trinkgeld haben wir da noch gar nicht erwähnt! Wenn Sie das Thema Handgeldausstattung schon zu Hause erledigt haben, dann sind Sie fein raus.

Also gut, etwas Bargeld sollte man immer bei sich haben. Aber für die großen Beträge ist doch die Kreditkarte immer die beste Lösung …

Monika Bock: … nicht unbedingt. Ich gebe Ihnen ein konkretes Beispiel: Sie wollen auf dem Basar im Ausland einkaufen, ein Andenken, ein Kleidungsstück. Jetzt gibt Ihnen der Verkäufer zu verstehen, dass da durchaus was drin wäre – wenn Sie bar bezahlen! Das Hauptargument der Barzahler ist nach der jüngsten Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten der Deutschen aber die Tatsache, dass diese einfach gerne die Ausgabenkontrolle behalten. Ich weiß, wie viel Geld ich im Geldbeutel habe und somit definiere ich ganz einfach, wie viel ich ausgeben möchte.

Kommen wir nochmals zum Thema Bargeldversorgung zurück. Jetzt heißt es doch oft, dass die Umtauschkurse in vielen Ländern günstiger seien als in Deutschland. Stimmt das?

Monika Bock: Ja, im Einzelfall. Es gibt auch den umgekehrten Fall, nämlich bei den Hartwährungsländern. Wenn aber der von Ihnen geschilderte Fall vorliegt und es tatsächlich günstiger ist, im Zielland zu tauschen, empfehlen wir die sogenannte Handgeldausstattung. Je nachdem, wann Sie am Zielflughafen ankommen, ist da ja nicht gerade immer ein Wechselschalter in Betrieb.

 

Das kann ich aber doch nach wie vor bei Ihnen machen, oder?

Monika Bock: Natürlich bekommen Sie nach wie vor alle Währungen bei uns. Nur vielleicht nicht sofort zum Mitnehmen. Seit der Euro-Einführung haben wir – wie die meisten anderen Banken auch – die Bestände unserer Sortenkasse deutlich reduziert. Aber selbstverständlich besorgen wir innerhalb ein, zwei Bankarbeitstagen jede verfügbare Fremdwährung. Und lassen diese auch auf Wunsch nach Hause schicken – das ist ein spezieller Service unseres Sortenpartners ReiseBank. Dann haben Sie Ihre Yen oder südafrikanischen Rand schon beim Packen parat liegen und brauchen sich keine Sorgen zu machen.

Ist in allen Reisezielen die dortige Heimatwährung die richtige Wahl?

Monika Bock: Das ist eine gute Frage, denn das ist nicht immer der Fall. Es gibt einige Destinationen, da empfiehlt sich die Mitnahme des US-Dollar als Zweitwährung. Nehmen Sie als Beispiel ein typisches mittelamerikanisches Land wie Mexiko. Da braucht es eine Handgeldausstattung an Peso und dann empfiehlt sich eine wesentlich größere Ausstattung an US-Dollar. In welchen Ländern eine solche Zweitwährungsempfehlung gilt, das fragen Sie am besten unsere Berater.

Trotz Ihrer zahlreichen Services, mit denen Sie die Bargeldversorgung aufrechterhalten – ist es nicht so, dass der klassische Geldschein und die Münze im Aussterben begriffen sind und das Plastikgeld langfristig immer mehr zunimmt?

Monika Bock: Nein, laut der bereits erwähnten Studie der Bundesbank ist das Bargeld noch lange nicht vom Aussterben betroffen. Demnach werden 79 Prozent aller Transaktionen hierzulande bar bezahlt, gemessen am Umsatz liegt der Baranteil bei 53 Prozent. Bei acht von zehn Bezahlvorgängen wird nach wie vor cash bezahlt – also auch unsere Enkel werden noch wissen, wie Bargeld aussieht.

Vielen Dank für das Interview.

Mit freundlicher Unterstützung der ReiseBank AG.